Die Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana) begleitet Gärten und Landschaften seit vielen Jahrhunderten. Als robustes Sichtschutzgehölz, zuverlässiger Windbrecher und naturnahes Element passt sie ebenso gut in moderne wie in traditionelle Gartenstile. Mit ihrem schnellen Wuchs, dem ausladenden Habitus und einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren ist sie ein Gehölz, das Generationen überdauert.
Frühblüher mit doppeltem Charme
Besonders charakteristisch für die Hasel sind ihre frühen Blüten. Schon im Februar hängen die langen, gelbbraunen Kätzchen an den noch kahlen Zweigen. Diese männlichen Blüten sind prall gefüllt mit feinem Pollenstaub, der sich beim kleinsten Windstoß wie ein gelber Hauch verteilt.
Etwas später erscheinen die deutlich unscheinbareren weiblichen Blüten, meist nur als kleine rote Büschel sichtbar. Beide Blütenformen befinden sich am selben Strauch – ein spannendes Detail, das die Hasel zu einer besonderen Erscheinung im noch schlafenden Garten macht.
Zierformen und Fruchtsorten – dekorativ & ertragreich
Neben der klassischen Wildform gibt es zahlreiche Ziersorten, die für besondere Gartenakzente sorgen. Die bekannte Korkenzieher-Hasel (‘Contorta’) fällt durch ihre gedrehten Zweige sofort ins Auge und ist im Winter ein echter Blickfang.
Ebenfalls beliebt ist die Purpur-Hasel (‘Purpurea’), deren dunkelrotes Laub und rötliche Kätzchen besonders in Kombination mit grünen Nachbargehölzen zur Geltung kommen.
Wer hingegen auf große und aromatische Nüsse Wert legt, setzt auf bewährte Fruchtsorten wie die ‘Halleschs Riesennuss’ oder das ‘Wunder aus Bollweiler’. Die Rotblättrige Zellernuss verbindet dekoratives Erscheinungsbild mit gutem Ertrag: rote Kätzchen im Frühjahr, bronzefarbene Blätter im Sommer und Nüsse mit rötlicher Schale im Herbst.
Anspruchslos und vielseitig – so wächst die Hasel am besten
Die Hasel gilt als ausgesprochen pflegeleicht und anpassungsfähig. Sie gedeiht in sonnigen wie halbschattigen Lagen und kommt mit nahezu jedem Gartenboden zurecht – ob humos, lehmig oder kalkhaltig. In freiwachsenden Hecken, Gehölzgruppen oder als Solitär bietet sie wertvollen Lebensraum für Vögel und Insekten.
Ihr großer Vorteil: Sie regeneriert sich sehr gut. Dank ihres natürlichen Stockausschlags lässt sich der Strauch problemlos verjüngen, indem ältere Triebe bodennah zurückgeschnitten werden.
Ein Hinweis für Allergiker: Die Pollen der Hasel gehören zu den häufigeren Auslösern von Frühjahrssymptomen.
Kurzporträt: Hasel (Corylus avellana)
Botanischer Name: Hasel (Corylus avellana)
Wuchs: sommergrüner, vielstämmiger Strauch, 2–7 m hoch und breit, altert bis zu 100 Jahre
Blüte: männliche Blüten als hängende Kätzchen, weibliche klein und rötlich
Blütezeit: Februar bis April
Blatt: große, rundliche Blätter, im Herbst gelb; bei Sorten auch rot
Ansprüche: sonnig bis halbschattig; fast jeder Boden, stadtklimaverträglich
Verwendung: Hecken, Gehölzgruppen, Naturgarten
Besonderheiten: liefert aromatische Haselnüsse; Pollen allergieauslösend
Fazit
Die Hasel ist ein unkompliziertes, formschönes und ökologisch wertvolles Gehölz, das im Jahresverlauf eine erstaunliche Vielfalt zeigt – von zarten Frühlingskätzchen bis zu nahrhaften Herbstfrüchten. Dank ihrer robusten Natur und ihrer langen Lebensdauer ist sie ein wahrer Klassiker für naturnahe Gärten und vielseitige Heckenpflanzungen.
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